Am frischgeschnittnen Wanderstab,

Wenn ich in der Frühe

So durch die Wälder ziehe,

Hügel auf und ab:

Dann, wie′s Vögelein im Laube

Singet und sich rührt,

Oder wie die goldne Traube

Wonnegeister spürt

In der ersten Morgensonne,

So fühlt auch mein alter, lieber

Adam Herbst- und Frühlingsfieber,

Gottbeherzte,

Nie verscherzte

Erstlings-Paradieseswonne.

Also bist du nicht so schlimm, o alter

Adam, wie die strengen Lehrer sagen:

Liebst und lobst du immer doch,

Singst und preisest immer noch,

Wie an ewig neuen Schöpfungstagen,

Deinen lieben Schöpfer und Erhalter!

Möcht′ es dieser geben!

Und mein ganzes Leben

Wär′ im leichten Wanderschweiße

Eine solche Morgenreise.


Das Gedicht "Fußreise" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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