Zwischen süßem Schmerz,

Zwischen dumpfen Wohlbehagen

Sitz′ ich nächtlich in dem Reisewagen,

Lasse mich so weit von dir, mein Herz,

Weit und immer weiter tragen.

 

Schweigend sitz′ ich und allein,

Ich wiege mich in bunten Träumen,

Das muntre Posthorn klingt darein,

Es tanzt der liebe Mondenschein

Nach diesem Ton auf Quellen und auf Bäumen,

Sogar zu mir durchs enge Fensterlein.

 

Ich wünsche mir nun dies und das.

O könnt′ ich jetzo durch ein Zauberglas

Ins Goldgewebe deines Traumes blicken!

Vielleicht dann säh′ ich wieder mit Entzücken

Dich in der Laube wohlbekannt.

Ich sähe Genovevens Hand

Auf deiner Schulter traulich liegen,

Am Ende säh′ ich selber mich,

Halb keck und halb bescheidentlich,

An deine holde Wange schmiegen.

 

Doch nein! wie dürft′ ich auch nur hoffen,

Daß jetzt mein Schatten bei dir sei!

Ach, stünden deine Träume für mich offen,

Du winktest wohl auch wachend mich herbei!


Das Gedicht "Auf der Reise" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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