Ströme und dunkle Täler und Tiefen,

In wolkengleichen Wäldern versteckt,

Deren Formen uns ganz verdeckt,

Weil sie von bleiernen Nebeln triefen.

Riesige Monde, die wachsen und schwinden

Des Nachts drüber her ohne Unterlaß,

Von deren Atem, frostig und naß,

Die Sterne erlöschen oder erblinden.

Ihr Kern sinkt auf die Bergesspitzen,

Doch ihre Lichtkreise wogen schwer

Über dem großen Wäldermeer

Und dringen in alle Schlünde und Ritzen,

Bis alle Irrgänge weit und breit

Umsponnen sind von Müdigkeit

Und sie des Schlafes Leidenschaft

Umfängt mit zaubertiefer Haft.

Des Morgens aber entschweben

Die Mondeshüllen, wirr zerflossen

Zugleich mit den Stürmen, und erheben

Sich gleich riesigen Albatrossen,

Die in den Lüften als getrennte

Atome wieder herniederfallen,

Und so (nie ruhende Elemente)

In einem ewigen Zirkel wallen

Und auf ihren zitternden Schwingen

Zur Erde Himmelsspuren bringen.


Das Gedicht "Märchenland" stammt von   (1809 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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