Der Ring an meiner Hand,

Der Kranz aufs Haar gesetzt -

Mein ist nun Prunk und Tand

Und wunderbar Gewand,

Und ich bin glücklich jetzt.

 

Und mein Herr, er liebt mich sehr;

Doch sein Schwur hat mich entsetzt -

Sein Wort klang dumpf und schwer

Wie Grabgeläute her

Und klang, als spräche er,

Der kämpfend fiel im Heer -

Und der wohl glücklich jetzt.

 

Doch er beruhigte mich

Mit sanftem Kuß zuletzt,

Indes ein Träumen mich

Zum Kirchhof trug und ich

D′Elormie, dem Toten, mich

Vermählte innerlich.

»O ich bin glücklich jetzt!«

 

Und so war das Wort gesprochen

Und der Schwur, der Pflichten setzt;

Und sei auch die Treu′ gebrochen,

Und sei auch mein Herz gebrochen -

Der Ring, er hat gesprochen,

Er zeigt mich glücklich jetzt.

 

Wollt′ Gott, ich könnte lassen

Den Traum, der so mich hetzt!

Meine Seele kann′s nicht fassen,

Ich muß in Reu erblassen,

Daß der Tote, so verlassen,

Nicht glücklich sein mag jetzt.

 


Das Gedicht "Braut-Ballade" stammt von   (1809 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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