Ahi, nun kommt die schöne Zeit

Mit kleiner Vögelein Gesang,

Die Linde grünet weit und breit,

Vergangen ist der Winter lang.

 

Rings auf der Erde ausgestreut

Sind mannigfaltige Blümelein,

Davon wird manches Herz erfreut,

So sollt auch meins getröstet sein.

 

Und oben auf dem Lindenbaum

Sang hold ein kleines Vögelein,

Da ward es laut am Waldessaum.

Da schwang sich auf das Herze mein.

 

Es flog dahin, wo einst es war,

Wo blühende Rosenbüsche stehn,

Die wecken viel Gedanken gar,

Die alle hin zur Liebsten gehn.


Das Gedicht "Im Lenz" stammt von   (1139 - 1170).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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