Ich sehne mich, am Schluß der Dissonanzen,

Die auch den sommerhellsten Tag verschneien,

Nach frohen Stunden endlich, bürdefreien,

Um hinter guten Wein mich zu verschanzen.

 

Nach Witz und freiem Wort, statt Schild und Lanzen,

Nach warmen Schüsseln, Firlefanzereien,

Nach schönen Frauen, Liedern und Schalmeien,

Nach Tänzerinnen, die Fandango tanzen.

 

Auf Polstern liegend mit dem Nargileh,

Vertreib ich, wie die Hummeln aus dem Klee,

Mit blauem Rauch die letzten Sorgensummer.

 

Im Garten draußen heult, ganz ohne Kummer,

Der Sturm und stemmt den ungeschlachten Nacken

An meine Klause, daß die Pfosten knacken.


Das Gedicht "Der Abend sinkt" stammt von (* 1844-06-03, † 1909-07-22).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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