Es geht mit mir zu Ende,

Mein Sach und Spruch ist schon

Hoch über Menschenhände

Gerückt vor Gottes Thron,

Schon schwebt auf einer Wolke,

Umringt von seinem Volke,

Entgegen mir des Menschen Sohn.

 

Den Kerker will ich preisen,

Der Kerker, der ist gut!

Das Fensterkreuz von Eisen

Blickt auf die frische Flut,

Und zwischen seinen Stäben

Seh ich ein Segel schweben,

Darob im Blau die Firne ruht.

 

Wie nah die Flut ich fühle,

Als läg ich drein versenkt,

Mit wundersamer Kühle

Wird mir der Leib getränkt -

Auch seh ich eine Traube

Mit einem roten Laube,

Die tief herab ins Fenster hängt.

 

Es ist die Zeit zu feiern!

Es kommt die grosse Ruh!

Dort lenkt ein Zug von Reihern

Dem ewgen Lenze zu,

Sie wissen Pfad und Stege,

Sie kennen ihre Wege -

Was, meine Seele, fürchtest du?


Das Gedicht "Hussens Kerker" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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