"Frau Berte, hört: Ihr dürftet nun

Mir einmal einen Gefallen tun!"

 

"Was denkt Ihr, Graf? Wohin denket Ihr?

Vor den drei gemalten Rittern hier?"

 

Drei Ritter prahlen auf der Wand

Mit rollenden Augen, am Dolch die Hand.

 

"Wer, Frau, ist diese Ritterschaft?"

"Drei Vettern und alle drei tugendhaft"

 

Gelobt Ihr, Graf, die Ehe mir

Bei den drei gemalten Rittern hier,

 

Will ich - Ihr lasst es doch nicht ruhn -

Euch einmal einen Gefallen tun."

 

Das Gräflein zwinkert den Rittern zu:

Frau Berte, welch eine Gans bist du!

 

Das Gräflein hebt die Finger flink:

Frau Berte, du bist ein dummes Ding!

 

"Trautlieb, ich schwör und beschwör es dir

Bei den drei gemalten Rittern hier!"

 

Jetzt rufen aus einem Mund die drei:

"Es ist geredet und bleibt dabei!"

 

Die Wand versinkt: dahinter stehn

Drei gültge Zeugen. So ists geschehn.


Das Gedicht "Die drei gemalten Ritter" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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