Den Hauptmann Daxelhofen

Bestaunten in der Stadt Paris

Die Kinder und die Zofen

Um seines blonden Bartes Vliess -

Prinz Condé zog zu Felde,

Der Hauptmann Daxelhofen auch,

Da fuhr am Bord der Schelde

Der Blitz und quoll der Pulverrauch.

 

Die Lilienbanner hoben

Sich sachte weg aus Niederland

Und schoben sich und schoben

Tout doucement zum Rheinesstrand.

"Herr Prinz, welch köstlich Düften!

So duftet nur am Rhein der Wein!

Und dort der Turm in Lüften,

Herr Prinz, das ist doch Mainz am Rhein?

 

In meinem Pakt geschrieben

Steht: Ewig nimmer gegens Reich!

So stehts und ist geblieben

Und bleibt sich unverbrüchlich gleich!

Ich bin von Schwabenstamme,

Bin auch ein Eidgenosse gut,

Und dass mich Gott verdamme,

Vergiess ich Deutscher deutsches Blut!

 

In Mainz als Feind zu rücken

Reisst mich kein Höllenteufel fort,

Betret ich dort die Brücken,

So sei mir Hand und Schlund verdorrt!

Nicht dürft ich mich bezechen

Mit frommen Christenleuten mehr!

Mein Waffen lieber brechen

Als brechen Eid und Mannesehr!

 

"Lala", kirrt Condé, "ferner

Dient Ihr um Doppel-Tripellohn."

Da bricht vorm Knie der Berner

In Stücke krachend sein Sponton,

Dem Prinzen wirft zu Füssen

Die beiden Trümmer er und spricht:

"Den König lass ich grüssen,

Das Deutsche Reich befehd ich nicht!"


Das Gedicht "Der Daxelhofen" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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