Das Heut ist einem jungen Weibe gleich.

Schlag Mitternacht wird ihm die Wange bleich.

Es schaudert. Einen vollen Becher fasst

Es gierig noch und schlürft in toller Hast.

 

Der üppge Mund, indem er lechzt und trinkt,

Entfärbt sich und verwelkt. Der Becher sinkt.

Langsam zieht es den Kranz sich aus dem Haar.

Das Haar ergraut, das eben braun noch war.

 

Tief runzelt sich das schöne schuldge Haupt.

Zusammenbricht das Knie, der Kraft beraubt.

Die Horen kleiden dicht in Schleier ein

Und führen weg ein greises Mütterlein.


Das Gedicht "Das Heute" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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