Ein betrogen Mägdlein irrt im Walde,

Flieht den harten Tag und sucht das Dunkel,

Wirft auf eine Felsenbank sich nieder

Und beginnt zu weinen unersättlich.

 

In den wettermürben Stein des Felsens

Ist gegraben eine kleine Schale -

Da das Mägdlein sich erhebt zu wandern,

Bleibt die Schale voller bittrer Zähren.

 

Abends kommt ein Vöglein hergeflattert,

Aus gewohntem Becherlein zu trinken,

Wo sich ihm das Himmelswasser sammelt

Schluckt und schüttelt sich und fliegt von hinnen.


Das Gedicht "Das bittere Trünklein" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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