Wie du sollst in Schönheit wallen

Und dem Herrn doch wohlgefallen?

Frag die Wiesenblümelein

Die nicht ihrer Schönheit denken,

Sich der Sonne heben, senken,

Einsam duften und allein,

Wo sie sproßten, in dem Garten

Ruhig auch den Tod erwarten

Ihrer Schönheit ewgen Samen

Gottes Lüften gern vertrauen

Freudig sterben und nicht schauen

Wo der Herr sie aus will säen in Gottes Namen.

Nichts vergehet, nichts entstehet

Alles ist unendlich da

Doch die armen Augen taugen

Nur den Tod zu sehn.

Dichter, du sollst eingestehn,

Daß die Rose, die verblichen

Du der Sterblichkeit verglichen,

Eh sie war, und da sie glühte,

Und nachdem sie längst verblühte,

Daß die Rose eh und je

Die ich hier erblassen seh,

Ewiglich in Gott florieret

Und wer dieses recht verstehet

Triumphieret:

Nichts vergehet, nichts entstehet,

Alles ist unendlich da!

 

28. Febr. 1815

im letzten Jahr der Poesie

und im ersten und schlechtesten der Architektur.


Das Gedicht "Wie du sollst in Schönheit wallen..." stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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