Dürstest du nach ewger Liebe,

Oh, so flehe nicht zum Herrn,

Denn in deines Herzens Kern

Steht die Quelle,

Und darüber steht ein Stern,

Er wird dich mit seiner Helle

Immer tief zum Guten rühren

Und zur Quelle würdig führen.

Da magst du den Durst erquicken,

Und wirst du im Niederblicken

Gottes Bild im Wasserspiegel

Mit dir, in dir spiegeln sehn,

Grüß ihn stille.

Ewig wirst du dann am Spiegel

Ewig, ewig blühend stehn.

Also ist des Herren Wille.

 

Wenn du fromme Sitte übest,

Dich mit Zucht und Tugend kränzest

Und den Spiegel nimmer trübest,

Sieh dann! wie du selig glänzest,

Und wird er dich wieder grüßen,

Wirst du ganz von Wonne schwer

Dich wie keusche Blumen bücken,

Alles Liebe in dich schließen,

Und es wird der Herr dich pflücken

Und des Brunnens irdsches Siegel

Brechen, daß ein weites Meer

Wird die Quelle, himmelsspiegel.

Sonne, Mond und alle Sterne

Stehn dann über dir so klar,

Und das Nahe und das Ferne

Wird dir eigen, wird dir wahr.


Das Gedicht "Dürstest du nach ewger Liebe" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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