Daß ich heut freudenvoll, bedachtsam und gescheit
Und morgen sauer, zerstört und voller Traurigkeit,
Und dies wie das ohn' Ursach bin,
Daß ich heut ganz gewiß gewinn,
Und morgen ganz gewiß verlier;
Daß dieser Wechsel hält gesetzte Maß und Ziel,
Doch oftmals früh, bald später sich einfindt,
Ist das, was kein Descartes nicht ergründt:
Ich steh zwar oftmals auf der Wach
Und suche nach dem unerforschten Gut,
Ich grüble den unkennbarn Zeiten nach,
Umsonst! Es ist des Glücks, des Hauptes Ebb' und Flut.
Das Gedicht "Auf die wunderbaren Wirkungen des Gemüts und des Glücks" stammt von Christian Wernicke (1660 - 1725).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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