„Warrrrrrrte nur……
wie viel schon riß ich ab von dir
seit den Äonen unsres Kampfs –
warrrrrrrte nur……
wie viele stolze Festen wird
mein Arm noch in die Tiefe ziehn –
warrrrrrrte nur……
zurück und vor, zurück und vor –
und immer vor mehr denn zurück –
warrrrrrrte nur……
und heute mild und morgen wild –
doch nimmer schwach und immer wach –
warrrrrrrte nur……
umsonst dein Dämmen, Rammen, Baun,
dein Wehr zerfällt, ich habe Zeit -
warrrrrrrte nur……
wenn erst der Mensch dich nicht mehr schützt -
wer schützt, verloren Land, dich dann?
warrrrrrrte nur……
mein Reich ist nicht von seiner Zeit:
er stirbt, ich aber werde sein –
warrrrrrrte nur……
und will nicht ruhn, bis daß du ganz
in meinen Grund gerissen bist –
warrrrrrrte nur……
bis deiner höchsten Firnen Schnee
von meinem Salz zerfressen schmilzt –
warrrrrrrte nur……
und endlich nichts mehr ist als Ich
und Ich und Ich und Ich und Ich –
warrrrrrrte nur……“
Das Gedicht "Meeresbrandung" stammt von Christian Morgenstern (1871 - 1914).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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