oder Eine glückliche Ehe

 

Der Nachtschelm und das Siebenschwein,

die gingen eine Ehe ein,

o wehe!

Sie hatten dreizehn Kinder, und

davon war eins der Schluchtenhund,

zwei andre waren Rehe.

 

Das vierte war die Rabenmaus,

das fünfte war ein Schneck samt Haus,

o Wunder!

Das sechste war ein Käuzelein,

das siebte war ein Siebenschwein

und lebte in Burgunder.

 

Acht war ein Gürteltier nebst Gurt,

neun starb sofort nach der Geburt,

o wehe!

Von zehn bis dreizehn ist nicht klar; -

doch wie dem auch gewesen war,

es war eine glückliche Ehe!

 

(aus "Galgenlieder")


Das Gedicht "Der Nachtschelm und das Siebenschwein" stammt von   (1871 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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