O schauerliche Lebenswirrn,

wir hängen hier am roten Zwirn!

Die Unke unkt, die Spinne spinnt,

und schiefe Scheitel kämmt der Wind.

 

O Greule, Greule, wüste Greule!

Du bist verflucht! so sagt die Eule.

Der Sterne Licht am Mond zerbricht.

Doch dich zerbrach′s noch immer nicht.

 

O Greule, Greule, wüste Greule!

Hört ihr den Ruf der Silbergäule?

Es schreit der Kauz: pardauz! pardauz!

da taut′s, da graut′s, da braut′s, da blaut′s!

 

(aus "Galgenlieder")


Der Text des Gedichts "Bundeslied der Galgenbrüder" stammt von (* 1871-05-06, † 1914-03-31).




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