Am Himmel der Wolken
erdunkelnder Kranz …
Auf schauerndem Strome
metallischer Glanz …
Die Wälder zuseiten
so finster und tot …
Und in flüsterndem Gleiten
vorüber mein Boot …

Ein Schrei aus der Ferne -
dann still wie zuvor …
Wie weit sich von Menschen
mein Leben verlor! ..
Eine Welle läuft leise
schon lang nebenher,
sie denkt wohl, ich reise
hinunter zum Meer …

Ja, ich reise, ich reise,
weiß selbst nicht wohin …
Immer weiter und weiter
verlockt mich mein Sinn …
Schon kündet ein Schimmer
vom morgenden Rot, -
und ich treibe noch immer
im flüsternden Boot.


Der Text des Gedichts "Auf dem Strome" stammt von (* 1871-05-06, † 1914-03-31).




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