Der Narr, dem oft weit minder Witz gefehlt

Als vielen, die ihn gern belachen,

Und der vielleicht, um andre klug zu machen,

Das Amt des Albernen gewählt;

(Wer kennt nicht Tills berühmten Namen?)

Till Eulenspiegel zog einmal

Mit andern über Berg und Tal.

So oft als sie zu einem Berge kamen,

Ging Till an seinem Wanderstab

Den Berg ganz sacht und ganz betrübt hinab;

Allein wenn sie berganwärts stiegen,

War Eulenspiegel voll Vergnügen.

"Warum", fing einer an, "gehst du bergan so froh?

Bergunter so betrübt?" - "Ich bin", sprach Till, "nun so.

Wenn ich den Berg hinunter gehe:

So denk′ ich Narr schon an die Höhe,

Die folgen wird, und da vergeht mir denn der Scherz;

Allein wenn ich berganwärts gehe:

So denk′ ich an das Tal, das folgt, und fass′ ein Herz."

 

Willst du dich in dem Glück nicht ausgelassen freun,

Im Unglück nicht unmäßig kränken:

So lern′ so klug wie Eulenspiegel sein,

Im Unglück gern ans Glück, im Glück ans Unglück denken.


Das Gedicht "Till" stammt von   (1715 - 1769).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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