Ich Mädchen bin aus Schwaben,

Und braun ist mein Gesicht;

Der Sachsenmädchen Gaben

Besitz′ ich freilich nicht.

 

Die können Bücher lesen,

Den Wieland, und den Gleim;

Und ihr Gezier und Wesen

Ist süß wie Honigseim.

 

Der Spott, mit dem sie stechen,

Ist scharf wie Nadelspitz;

Der Witz, mit dem sie sprechen,

Ist nur Romanenwitz.

 

Mir fehlt zwar diese Gabe,

Fein bin ich nicht und schlau;

Doch kriegt ein braver Schwabe

An mir ′ne brave Frau.

 

Das Tändeln, Schreiben, Lesen

Macht Mädchen widerlich;

Der Mann, für mich erlesen,

Der liest einmal für mich.

 

Ha, Jüngling, bist aus Schwaben?

Liebst du dein Vaterland?

So komm, du sollst mich haben.

Schau hier ist meine Hand!


Das Gedicht "Das Schwabenmädchen" stammt von   (1739 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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