...als zugleich die Nachricht von Oetingers Tod sich verbreitete, 1782.

 

Carl baut ein schwäbisches Athene! -

Und ach! im Pomp der Weihe fällt

Des Weisen und des Christen Thräne!

Denn Oetinger, der Lehrer einer Welt -

 

Er. der ins ungeheure Ganze

Mit scharfem Seheraug′ geblickt,

Und ungeblendet von dem Glanze

Des Wahns - mit Einfalt sich geschmückt; -

 

Ach, Oetinger - der wahre Jesusjünger -

Der seine Größe zwar gefühlt -

Und doch in Demuth sich geringer

Als seine jüngsten Brüder hielt; -

 

Ja Oetinger flog auf in jene Kreise. -

Senkt weinend ihn ins dunkle Grab hinein! -

Denn Er- der Christ! der Edle! und der Weise!!

War eine hohe Schul′ allein.


Das Gedicht "Bei Einweihung der Carls-Universität" stammt von   (1739 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte