Schlummert süß, ihr Jüngstgestorbnen, alle,

Schummert süß, in eurer Todtenhalle!

Keine Erdenstürme mehr

Rasen um euch her.

 

Euch erwecken keine Schlachtenrufe,

Nicht die Donnertritte ehrner Hufe;,

Nicht des wilden Kriegers Wuth,

Brüllend noch im Blut.

 

Eure Leiber modern in der Stille,

Einst durchströmt sie neue Lebensfülle,

Und in neuer Welten Glanz

Lebt ihr wieder ganz -

 

Ganz mit eurem Geiste neuverbunden.

Ueberwunden habt ihr - überwunden!

Ausgekämpft ist dann der Streit

Schwerer Eitelkeit.

 

Liebe Todten, alle meine Brüder,

Schlummert süß, wir alle leben wieder!

Nicht durch Monde wandelbar

Geht dann auf das Jahr.

 

Gern, ihr Todten, will ich bei euch liegen,

Eilt ihr Jahre nur in euren Flügen!

Früher rolle dich, o Zeit,

Auf zur Ewigkeit.


Das Gedicht "An die Todten" stammt von   (1739 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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