An eine Freundin

 

Wie sanft naht jene Trauermelodie

Mir durch des Abends leise Dämmerhülle.

Aus Deines Tones wunderbarer Fülle

Entquillt mir Trost in süsser Harmonie.

 

Es schwebt die Stimme meiner innern Schmerzen

Auf Deinen Saiten, und sie bringen mir,

Herbei gelockt, Geliebteste! von Dir

Das still ersehnte Labsal kranker Herzen.

 

Denn meinen Busen hob ein banges Sehnen -

Ich danke Dir, Du hast es mir versüsst,

Hast mir gegeben, was mich freundlich grüsst,

Die lang entbehrte Lind′rung stiller Tränen.


Das Gedicht "Tränen" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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