Wirst Du in der Ferne mein gedenken,

Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?

Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,

Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?

 

Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,

Keines Deine Liebe mir entziehn?

Kann ich ganz auf Deine Treue bauen,

O so nimm mein Herz auf ewig hin!

 

Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,

Auch wenn nie mein Blick Dich wiedersieht.

Wenn getrennt von Dir mein trübes Leben

Wie ein Seufzerhauch vorüber flieht.

 

Ach so viele heucheln nur Gefühle

Einer nie gekannten Innigkeit;

Und in dem zerstreuenden Gewühle

Endet schnell der Schwur der Ewigkeit.

 

Darum will ich nicht Dir Treue schwören,

Aber fest und liebend halt′ ich sie,

Und die Zukunft soll Dir ewig lehren

Deiner Freundin Herz vergisst Dich nie.


Das Gedicht "Beim Abschied" stammt von   (1777 - 1849).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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