Pascal sah, wo er ging, des Abgrunds Spalt.

Abgrund ist alles uns, Tat, Traum, Verlangen;

Wie oft hob sich mein Haar in starrem Bangen,

Durchschauerte mich Grauen eisig kalt!

 

In Höh′n und Tiefen, wo kein Ton mehr hallt,

In Ländern, furchtbar und doch voller Prangen,

Ist Gottes Hand durch meinen Schlaf gegangen,

Ein Schreckbild malend, grausam, vielgestalt.

 

Ich fürchte mich vorm Schlaf, dein schwarzen Tor,

Das Unheil birgt, wenn man den Weg verlor:

Die Ewigkeit blickt starr durch alle Scheiben.

 

Mein Geist, hintaumelnd an des Wahnsinns Sumpf,

Beneidet, was da fühllos, kalt und stumpf.

– Ach, immer bei den Zahlen, Dingen bleiben!


Das Gedicht "Der Abgrund" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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