Schau dieses Himmels fahle Seltsamkeiten,

Wie dein Geschick zerrissen, wunderlich,

Was mag durch deine leere Seele gleiten,

Was fühlst du bei dem Anblick? Wüstling, sprich.

 

Ich fühle Gier nach wirren Dunkelheiten,

Nach Qual und Ungewissheit lechze ich,

Doch nicht voll Jammer starr ich in die Weiten,

Wie einst Ovid, da Rom für ihn erblich.

 

Ihr wild zerrissnen, grauen Himmelsräume,

Ihr seid, wie ich, von Trotz und Stolz erfüllt!

Und eure Wolken trauerflorumhüllt,

 

Es sind die Leichenwagen meiner Träume,

Von eurem Schein geht fremdes Leuchten aus,

Ein Glanz der Hölle, wo mein Herz zu Haus.


Das Gedicht "Anziehender Schauder" stammt von   (1821 - 1867).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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