Du Allschöpffer auch die Lilgen / so in tieffen Thälern stehn /
wunderschön herfür läst gehn.
Ihr Gewand / die holde Blüh / altet nie.

Jedes Blätlein / jedes Strichlein / weiset deiner Allmacht Pfad /
und die Würkung deiner Gnad;
jedes trägt dein Weißheit-Bild in dem Schild.

Ihr der Erden schöne Sternen / holde Blumen / seyd das Werk /
wo ich Gottes Güte merk':
weil er euch so herrlich ziert / schutzt / regiert.

Wo der Augen Glanz hinblicket / wo mein Fuß sich nur hinsetzt /
sih' ich alls von dir ergetzt.
Dein Lob / was nur geht hervor / hebt empor.

Ach mein auserwählter Schöpffer! deine Güt' ist übergroß.
Ja es ist der Erden Kloß /
zu empfangen ihren Schein / viel zu klein.

Höchster! laß mich / dich zu loben / deine Wunder sehen an.
überall man lesen kan /
deinen nie verglichnen Fleiß / Ehr' und Preiß.

Was betracht ich lang der Wiesen / Wälder / Felder / Gärten / Zier?
hat doch deine Gnad an mir
mehr gethan / die selbsten sich senkt in mich!


Das Gedicht "Über die Blumen" stammt von   (1633 - 1694).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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