Ach kanstu auch / mein Herz / den Himmel / ohne weinen /
ohn' innern Herzens-brast / und äussern Thränen See /
ansehen? daß ich nicht vor lauter weh vergeh /
dieweil er gegen mir / ganz stählern ist und steinen!

    Ach mag die Sonn' auch was so Elendes bescheinen?
faß dir / mein Herz / ein Herz / und Leuen mütig steh'
im Vnglücks-mittel-punct / das jederman dann seh /
wie deine Tugend sich in trübsal pflegt zu feinen.

    Halt Gottes willen still! bricht schon das Herz vor schmerz /
wann nur der Wille ganz / ihm treu zu dienen / bleibet.
Streit' / ihm zu Lob / mit dir: daß nicht nur Blut austreibet /

    besonder Geist und Krafft / verbrenn die Lebens-Kerz
in seiner treuen Brunst. Denk / löblich ist der Sieg /
wann nur mein GOtt geehrt / wann ich schon unter lieg.


Das Gedicht "In äusserster Widerwärtigkeit" stammt von   (1633 - 1694).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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