So viel scheint gross und kostbar, und es blickt

Das Volk drauf hin bewundernd, aber einer

Steht abseits; ihm erscheint es um so kleiner

Und gallenbitter, was sie hoch entzückt.

 

Und das sogar: der eitlen unverständ′gen

Gedankenlosen Welt muss er sich fügen,

Muss reden, wie sie spricht und Freude lügen,

Und lächelnd die verborg′nen Tränen bänd′gen.

 

Mein Glück ist nur, dass ganz verborgen sei,

Was ich beweine und was heimlich trachtend

Des Herzens Wünsche wollen, die ich hege.

 

Blind ist die Welt und nur Verrätern treu,

Ich aber, Hass und Ehre gleich verachtend,

Geh still und einsam weiter meine Wege.

 

(Deutsch von Hermann Grimm)


Das Gedicht "So viel scheint gross und kostbar" stammt von   (1475 - 1564).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte