Vorbei! Die Stunden wandern;

Ins Schattenreich entschwebt

Der eine Tag zum andern ...

O Herz, heißt das gelebt?

 

Noch blüht ihr, letzte Rosen,

Vom Abendstrahl umloht;

Mit kalter Hand zu kosen,

Kommt diese Nacht der Tod.

 

Der Garten wird verschneien ..

Dann fragt ein Seufzen schwer:

Warum nur blieb im Maien

Dies Herz von Liebe leer?

 

Mein Leben geb ich gerne

Um Kuß und zärtlich Wort.

Und bleibt die Liebe ferne,

Ich werf es achtlos fort.

 

Mag Stund auf Stunde rinnen;

Was kümmert mich die Zeit!

Ein Augenblick voll Minnen

Wiegt eine Ewigkeit.


Das Gedicht "Alles um Liebe" stammt von   (1860 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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