Fruchtlos hab′ in Schmerzenstoben
Ich vor dir geweint, geras′t;
Und die Welt, sie wird dich loben,
Daß du mich verlassen hast.
Rühmend wird sie zu dir sagen:
"Kluger Mann, der, stark und fest,
Durch gebrochner Seelen Klagen
Nimmer sich beirren läßt;"
"Dessen Wille gleich dem Pfeile
Rastlos fliegt zum Ziele fort,
Ob er auch in seiner Eile
Ein befreundet Herz durchbohrt!"
"Kluger Mann, der zum Beleid′gen
Solche Opfer sich erkürt,
Die zu rächen, zu vertheid′gen
Sich kein Mensch auf Erden rührt!"
"Kluger Mann, der alte Bande,
Wenn sie lästig werden, bricht!" -
Sag! fühlst du die ew′ge Schande,
Die aus solchem Lobe spricht?
Das Gedicht "Einem Weltling" stammt von Betty Paoli (1814 - 1894).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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