Deine Liebe hab′ ich nie begehrt,

Weil ich ihrer mich nicht werth erkenne,

Aber wissen sollst du, daß, verklärt,

Ich als Opferflamme für dich brenne.

 

Wie es also kam, ich weiß es nicht!

Sieghaft tauchend aus des Ostens Thoren,

Ueberströmte mich das goldne Licht

Und der Engel war in mir geboren.

 

Lächelnd jedem Schmerz und jedem Spott

Folg′ ich dir seitdem auf deinen Pfaden,

Und du wardst zum Wort, mit dem mich Gott

Zu dem Fest der Seligen geladen.

 

Oft war Jammer meiner Seele nah,

Meine Brust durchbohrt vom scharfen Stahle,

Doch die finstre Nacht, sie schien nur da,

Daß der Glanz der Liebe heller strahle.

 

Als ich mich mit allem Glück und Weh

Fest an dich, du Einziger! gekettet,

Hab ich mich aus stürmereicher See

In den Port der Ewigkeit gerettet!


Das Gedicht "Aus Herzenstiefen" stammt von   (1814 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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