Wißt ihr, wo ich gerne weil

In der Abendkühle?

In dem Beurertal da ist

Eine kleine Mühle;

Und ein kleiner Bach davor,

Ringsherum steh′n Bäume;

Oft sitz ich da stundenlang,

Schau umher und träume.

Zweiglein gucken in den Bach,

Die Insekten schwirren,

Vöglein singen freudig drein,

Turteltäubchen girren;

Freundlich nicken Gras und Laub,

Leise sich bewegend,

Und die Mühle plappert laut

Von der schönen Gegend.

Auch die Blümlein in dem Grün

Sprechen unbefangen,

Und das blaue Blümlein sagt:

Sieh mein Köpfchen hangen!

Röslein mit dem Dornenkuß

Hat mich so gestochen,

Ach! das macht mich gar betrübt,

Hat mein Herz gebrochen.

Drauf naht sich ein Spinnlein weiß

Spricht: sei doch zufrieden!

Einmal mußt du doch vergehn;

So ist es hienieden!

Besser wenn das Herz Dir bricht

Von dem Kuß der Rose,

Als du kennst die Liebe nicht

Und stirbst liebelose.

 

Friederike


Das Gedicht "Lieblingsplätzchen" stammt von   (1785 - 1859).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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