Ich weiß es nicht, warum die Blume blüht,

Ich weiß, sie muß erblühn und Düfte spenden;

Ich weiß es nicht, warum der Stern entglüht,

Ich weiß es nur, er muß die Strahlen senden.

Ich weiß es nicht, warum die Welle fließt,

Ich weiß es nur, sie muß und darf nicht weilen,

Warum der Strom sich in das Meer ergießt,

Ich weiß es nicht, er muß zum Meer enteilen.

Ich weiß es nicht, warum so nah als fern

Dein Bild so treu im Herzen mir geblieben;

Vergebens fragst du Blume, Well′ und Stern

So weiß auch ich allein, ich muß dich lieben.


Das Gedicht "Unerklärbar" stammt von   (1815 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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