Ich geh auf staub′ger Straße
Gelockt von Waldesgrün,
Da seh′ ich durch die Zweige
Die Abendsonne glühn.
Es öffnet sich zur Seite
Im duft′gen Wald ein Pfad,
So grün, als ob ihn nimmer
Des Menschen Fuß betrat.
Da flüstern grüne Halme
Im Windeshauche lind,
Da winken blaue Glocken,
Die blühn, wo Schätze sind.
Wie hat der stille Anblick
So seltsam mich gerührt -
Ob das der Pfad wohl wäre,
Der hin zum Glücke führt? -
Da kommt desselben Weges
Ein müder Wandrer her -
Im Auge glüht die Sehnsucht,
Der Gang ist matt und schwer.
Sein Blick strebt in die Ferne
Er schauet nicht zurück -
So suchen wir denn Beide
Vergebens wohl das Glück.
Das Gedicht "Ich geh auf staub′ger Straße" stammt von Auguste Kurs (1815 - 1892).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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