Es war noch Mai, da hast du sie gebrochen,
In Blumen ausgesprochen,
Selber Blüte,
Was blühend im Gemüte
Schon sich regte
Und heilig sich bewegte,
Was kindlich, ach! der Freund so gerne hegte,
Wenn sie ihr Herzchen legte
An das seine,
Wo ich nun ewig weine.

Die Veilchen sandte mir das Kind zum Zeichen,
Die so mein Herz erweichen,
Daß die Augen
Den Schmerz, den sie nun saugen,
Nie vollenden,
Sich oft noch zu ihr wenden,
Und finden welk den Kranz dann in den Händen,
Wie der, hat sie, zu enden
Früh erkoren,
Sich unbewusst verloren.

Nimm hin die hohe, köstlich liebe Gabe,
Das Einz'ge, was ich habe
Von der Teuern,
Ihr Bild mir zu erneuern,
Wenn in Tränen
Dem Tode zu das Sehnen
So gern entflieht des Daseins eitlem Wähnen.
Doch erst laß mich in Tränen
Ganz versenken
Das süße Angedenken!

Uns, die in Lust des Todes Leben fanden,
Kühn die Natur verstanden
In den Flammen,
Wo Lieb' und Schmerz zusammen
Uns verbunden,
Uns sei die Stirn umwunden
Vom Zeichen, dessen Sinn wir längst gefunden.
Denn blühten aus den Wunden
Oft nicht Rosen,
Uns schmerzlich liebzukosen?

Laß denn des Mädchens Schatten uns umschweben,
Der Wehmut hingegeben,
Bis wir im Tode Eins noch inn'ger leben,
Und dann dieß tiefe Streben
Ganz vereinet,
Das lächelnd sich beweinet.


Das Gedicht "Der welke Kranz" stammt von   (1767 - 1845).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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