Stets am Stoff klebt unsere Seele, Handlung

Ist der Welt allmächtiger Puls, und deshalb

Flötet oftmals tauberem Ohr der hohe

Lyrische Dichter.

 

Gerne zeigt jedwedem bequem Homer sich,

Breitet aus buntfarbigen Fabelteppich;

Leicht das Volk hinreißend erhöht des Dramas

Schöpfer den Schauplatz:

 

Aber Pindars Flug und die Kunst des Flaccus,

Aber dein schwerwiegendes Wort, Petrarca,

Prägt sich uns langsamer ins Herz, der Menge

Bleibt′s ein Geheimnis.

 

Jenen ward bloß geistiger Reiz, des Liedchens

Leichter Takt nicht, der den umschwärmten Putztisch

Ziert. Es dringt kein flüchtiger Blick in ihre

Mächtige Seele.

 

Ewig bleibt ihr Name genannt und tönt im Ohr der

Menschheit; doch es geselle sich ihnen

Seiten freundschaftsvoll ein Gemüt und huldigt

Körnigem Tiefsinn.


Das Gedicht "Los des Lyrikers" stammt von   (1796 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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