Der kluge Peter sagt einmal bei Tische:

Warum soll man im See nicht fischen können?

Es sind darin so viele, viele Fische,

Daß sie mit Köpfen wider einander rennen!

Da trugen wir den Nachen hin zum Seee

Und liefen nur zurücke nach den Netzen; –

Doch als wir wieder kommen um die Höhe,

So blieben wir da stehen vor Entsetzen.

 

Der See war schwarz, und wie vom Feuer kocht er,

Es stand der Kahn im höchsten Buchenwipfel.

Da hielten sich mein Sohn und meine Tochter

Und auch der Knecht an meinem Mantelzipfel.

 

Ich aber rief: Wer Teufel hat den Nachen

Hinaufgebracht auf die verwünschten Buchen?

– Da hörte ich von beiden Seiten lachen,

Dann aber rief es: »Hör nun auf zu fluchen.

 

Kein Teufel hat den Kahn dahin verschlagen,

Den hat mein Bruder Nickel so vertragen.« –

– Wer bist du und der Nickel? muß ich fragen. –

Da rief es her: »das werd ich dir nicht sagen!«


Das Gedicht "Bruder Nickel am unheimlichen See auf Rügen" stammt von   (1799 - 1853).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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