Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen?

Noch schlägt mein Herz, was deine Vögel sangen.

Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß,

längst ist das aus!

Die ganze Welt ist jetzt, o weh,

Barfüßle im Schnee.

Die schwarzen Bäume stehn und frieren,

im Ofen die Bratäpfel musizieren,

das Dach hängt voll Eis.

Und doch: bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß!

Bald kehrst du wieder,

o nur ein Weilchen,

und blaue Lieder

duften die Veilchen!


Das Gedicht "Winter" stammt von   (1863 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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