Und wenn ich kalt bin, gebt mir meinen Frack
Samt weißen Handschuhn und geknüpfter Binde,
Und zieht mir Schuhe an aus blankem Lack,
Daß ich als Mann von Welt und von Geschmack
Den parkettierten Weg zur Hölle finde.

Ich möchte nämlich nicht, daß drüben man
Sich hämisch denkt: Nun kommt er doch als Büßer -!
Was ich getan, hab' ich mir selbst getan,
Und lebte ich als Lüdrian,
So will ich sterben nicht als Spießer.

Ferner verbiete ich, daß man ein Kreuz
In meine Hände lege und sie falte!
Dies wäre eine Fratze meinerseits. -
Ich will ein Mädchenbild von keuschem Reiz,
Daß ich es fest am stummen Herzen halte.

Denn hab' ich auch auf dieser Erde nie
Mit andern mich als Dirnen abgegeben,
Ich bin kein Bankrotteur der Phantasie,
Und irgendwie
Muß es doch anders sein im andern Leben.


Das Gedicht "Letzter Wille" stammt von   (1881 - 1932).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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