Des längst versöhnten Schicksals Schluß
Heißt mich mein Brot so mühsam nicht gewinnen
Als eine der Tirolerinnen,
Die Haus an Haus besuchen muß.

Mein Finger zerrt an keinem Flachs,
Nie wird an einem kümmerlichen Rocken
Der weingewohnte Gaumen trocken,
Nie schmilzt die Sonne mich wie Wachs.

Wenn der beflammte Sirius
Den Schnitter brennt, den Wandrer müde machet,
Dann sitz ich, wo die Freude lachet,
Im Schatten und beim Überfluß!

O Freundin! wenn die Spinnerhand
Mühselig zieht an baumgewachsner Wolle,
Dann spiel ich meine leichte Rolle,
Die oft des Kenners Beifall fand!

Was will ich mehr vom Gott Apoll
Und von dem Vater aller Götter,
Der Blitze schleudert und dem Wetter
Gebietet, wenn's uns weichen soll?

Nichts heisch ich, ob mir gleich das Ziel
Des Lebens weiter hingegrenzet würde,
Läßt nur bei meines Alters Bürde
Apollo mir mein Saitenspiel!


Das Gedicht "Meine Zufriedenheit" stammt von   (1722 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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