XXXVI.
O Dantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret
So rasend auff dich zu? wil der / der alle richt
Durch seiner Blitzen Glutt / die Thron’ und Krone bricht /
So schrecklich über dich / als scharff er uns verheret?
Ist Nimand / der mit Ernst dem großen Eyver wehret?
Der seine Schläg aufhält? Der Tod schon länger nicht.
Es folgt der Blutt-Trommet und reißt aus disem Licht /
Die Kinder / die ja Gott nicht freventlich beschweret!
Die Kinder: Gottes Lust / wie übel ists bestellt /
Wenn dise Brustwehr hin / und wenn der Hauffe fällt
Der einig mächtig ist den Höchsten zu beitragen!
Trifft es zum ersten euch / Herr Kriger! O fürwar
Diß Kind / diß bleiche Kind / das itzt ligt auff der Bar /
Diß würde / wenn es stünd alleine wol obsigen.
Das Gedicht "An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum" stammt von Andreas Gryphius (1616 - 1664).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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