XLI.

 

Wie kompts Callirhoe? was mag die Vrsach seyn /

Daß du mich gestern hast so traurig angeblicket:

Wie daß du alle Lust und Freundligkeit verschicket?

War meine Gegenwart ein Vrsprung neuer Pein?

 

Verdroß dich Flacci Kuß? fürwar ich meyne nein /

Hat dich der süße Schlaff verzaubert und umbstricket!

Hat dich der grimme Schmertz die Libes-Pest gedrücket?

Mißfil dir / was ich sprach? mir fällt die Vrsach ein:

 

Da als dein Schlaff-Gemach ward von uns eingenommen;

Da / sind wir wehrte Nymph, dir vil zu nahe kommen.

Woll / folge meinem Rath wo du dich rächen wilt.

 

Wenn sich die schwartze Nacht wird für dem Monden schämen:

Magst du / mein Schlaf-Gemach / ja selbst mein Bett’ einehmen.

Die Rach’ ist mehr denn recht die gleich mit gleich vergilt.


Das Gedicht "An Callirhoen" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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