Horch, Mitternacht vorüber,

Die Straßen menschenleer!

Vom Mondlicht übergossen

Paläste, Kirchen, Meer!

 

Willst du Venedig schauen,

Nur jetzt versäum’ es nicht!

Das ist die wahre Stunde,

Das ist das wahre Licht!

 

Die Marmorbilder leben,

Paläste ragen licht!

Wie riesige Silbertafeln

Mit großer Thaten Bericht.

 

Willst du dich freu’n der Liebe,

Versäume nicht ihr Gebot!

Die Gondel sei ihre Wiege,

Der Mond ihr Morgenroth!

 

Umrauscht von der Vorzeit Schauern

Die blühende Gegenwart

Mit liebendem Arm umschlingen,

Welch schöne Gondelfahrt!

 

Weinst du auch manche Thräne

Auf der Vergangenheit Grab,

Schnell trocknet mit weißem Händchen

Die Gegenwart dir sie ab.


Das Gedicht "Gondelfahrt" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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