Es ziehn drei Gesellen ins Weite hinaus,

Es litt sie nimmer im engen Haus;

Ein jeder doch nahm was Liebes mit sich,

Das hegt’ er und pflegt’ er gar inniglich.

 

Der Erste ein wackerer Goldschmied war,

Der trug ein Ringlein aus Liebchens Haar,

Das hatt’ er gefaßt in Gold und Stein

Und ihren Namen gegraben darein.

 

Der Zweite ein herrlicher Maler war,

Der trug ein Bildniß gar wunderbar,

Es war des Liebchens lächelndes Bild,

Das trug er auf seinem Herzen als Schild.

 

Ein Dichterjüngling der Dritte war

Mit blühendem Antlitz und güldnem Haar,

Trug Bild und Namen im Herzen sein,

Manch schönes Lied noch obendrein.

 

Und wie sie einst sehn in den Strom hinab,

Sinkt’s Ringlein des Ersten ins Wellengrab;

Und wie sie einst stehen auf hohem Thurm,

Da raubt das Bildniß des Zweiten der Sturm.

 

Die Beiden ringen die Hände sich wund,

Doch jubelnd tönt des Dichters Mund;

Trägt Namen und Bild ja im Herzen sein,

Manch schönes Lied noch obendrein.


Das Gedicht "Drei Wanderer" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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