Auf hochgestapelte Ballen blickt

Der Kaufherr mit Ergötzen;

Ein armer Fischer daneben flickt

Betrübt an zerrissenen Netzen.

 

Manch rüstig stolzbewimpelt Schiff!

Manch morsches Wrack im Sande!

Der Hafen hier, und dort das Riff,

Jetzt Fluth, jetzt Ebb’ am Strande.

 

Hier Sonnenblick, Sturmwolken dort;

Hier Schweigen, dorten Lieder,

Und Heimkehr hier, dort Abschiedswort;

Die Segel auf und nieder!

 

Zwei Jungfrauen sitzen am Meeresstrand;

Die eine weint in die Fluthen,

Die andre mit dem Kranz in der Hand

Wirft Rosen in die Fluthen.

 

Die eine, trüber Wehmuth Bild,

Stöhnt mit geheimem Beben:

»O Meer, o Meer, so trüb und wild,

Wie gleichst du so ganz dem Leben!«

 

Die andre, lichter Freude Bild,

Kos’t selig lächelnd daneben:

»O Meer, o Meer, so licht und mild,

Wie gleichst du so ganz dem Leben!«

 

Fortbraust das Meer und überklingt

Das Stöhnen wie das Kosen;

Fortwogt das Meer, und, ach, verschlingt

Die Thränen wie die Rosen.


Das Gedicht "Am Strande" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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