Man muß sich so sehr hüten, daß man nicht

Ohn jeden Anlaß aufbrüllt wie ein Tier.

Daß man der ganzen Kellnerschaft Gesicht

Nicht kurz und klein haut, übergießt mit Bier.

 

Daß man sich nicht die ekle Zeit verkürzt,

Indem man sich in einen Rinnstein legt.

Daß man sich nicht von einer Brücke stürzt.

Daß man dem Freund nicht in die Fresse schlägt.

 

Daß man nicht plötzlich unter Hundswauwau

Die Kleider sich vom feisten Leibe reißt.

Daß man nicht irgendeiner lieben Frau

Den finstern Schädel in die Schenkel schmeißt.


Das Gedicht "Der Angetrunkene" stammt von   (1889 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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