Einmal kommt - ich habe Zeichen -

Sterbesturm aus fernem Norden.

Überall stinkt es nach Leichen.

Es beginnt das große Morden.

 

Finster wird der Himmelsklumpen,

Sturmtod hebt die Klauentatzen.

Nieder stürzen alle Lumpen.

Mimen bersten. Mädchen platzen.

 

Polternd fallen Pferdeställe.

Keine Fliege kann sich retten.

Schöne homosexuelle

Männer kulllern aus den Betten.

 

Rissig werden Häuserwände.

Fische faulen in dem Flusse.

Alles nimmt ein ekles Ende.

Krächzend kippen Omnibusse.


Das Gedicht "Prophezeiung" stammt von   (1889 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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