Es müßte tief im späten Sommer sein,

In seiner allerletzten Vollmondnacht -

Und in den Lüften schliefe noch ein Duft

Von blühnden Hecken und von reifem Korn.

Die Wälder schlössen ihrer Stämme Nacht

Zum Purpurdunkel - wie ein fürstlich Grab,

Das auf ein müdes Leben harrt; - und fern

Erklänge eines Wandervogels Ruf ...

Vom Himmel sänken goldne Tropfen leis,

Verirrte Lichter, die von Sternen fall′n -

Und sie verstiebten in die große Nacht ...

 

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Doch plötzlich bliche wie in Schatten hin

Das Mondesleuchten und die Sternenglut -- --

Denn von den Matten her, vom Waldessaum,

Käm′ wandelnd deine stolze Lichtgestalt.

Sehnsüchtig winktest du mit müder Hand -

Es leuchtete dein Blick von Tränen so -

Und du riefst bang: "Sag, was versteckst du dich?

In allen Erdengründen sucht′ ich dich!"

Ich aber säh′ dich furchtsam lange an,

Ob du ein Herbstgespinst der Heide seist;

Und langsam rührt′ ich dir an Haupt und Herz -

Doch die erbebten noch von Lebensglut.

Und ich rief laut: "Du bist es, du, mein Lieb!

O Gott, so sind wir sehnend uns entflohn,

Denn ich auch suchte dich durch alle Welt;

So hat das Schicksal arg mit uns gespielt." ...

Drauf sagtest du wie mit entrücktem Ton

Und legtest letzte Blume mir ins Haar:

"Bist du vom Wandern auch so sterbensmüd?"

Ich nickte still - du bögest dich herab,

Ein voller Mondstrahl fiel auf deine Stirn -

Und deine Lippen, die ich jugendlang

Und heiß gesucht, berührten meinen Mund ...

 

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Dann aber rief ich selig in die Nacht:

"Das ist die Zeit, ins Paradies zu gehn -

Der Himmelsweg ist offen - stirb mit mir!" -


Das Gedicht "Wie ich sterben möchte" stammt von   (1849 - 1923).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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