Es ruft mich aus der Herbstesnacht ein Ton,

Die Sterne flammen, Gärten leuchten weit –

Mein Schlaf ging fort, – und auf den Kissen breit

Zerrissen liegt der Kranz von dunklem Mohn ...

 

Wer weckt so früh mich? kommt der Morgen schon?

– Da trittst du her in einem Schattenkleid.

Dein Blick ist tief von einem heilgen Leid –

Du bist so licht, – kommst du von einem Thron?

 

Da ists, als ob ich Tränenworte höre:

?Sei mir nicht bös, daß ich dein Schlafen störe!

Petrus entriegelt mir kein Paradies –

 

Gib mir mein Herz! ich friere bei den Schatten, –

Denn irren muß ich auf den Totenmatten,

Weil ich mein Herz auf Erden bei dir ließ!" ...


Das Gedicht "Eine Bitte" stammt von   (1849 - 1923).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte